Spekulationen über staatlichen Coin in Südkorea

Wie andere Zentralbanken spielt auch die Bank of Korea wohl mit dem Gedanken an eine eigene Kryptowährung. Die Entwicklungsabteilung wächst.

Südkoreas Zentralbank engagiert sich als Krypto-Entwickler
Chinas Zentralbank hat Diskussionen über eine digitale Version des Yuan schon vor Monaten erstmals befeuert. Auch in Deutschland formulieren verschiedene Wirtschaftsverbände zunehmend die Schaffung eines digitalen Euro. Davon versprechen sich Befürworter ein Instrument, um auf die steigende Begeisterung von Verbrauchern und Unternehmen für moderne Zahlungsmodelle wie den Bitcoin zu reagieren. Noch ist keine Lösung in Sicht. Neben anderen Staaten scheint nun Südkoreas Nationalbank eigene Entwicklungen schneller als erwartet vorantreiben zu wollen. Verschiedene Quellen im asiatischen Land berichten parallel über verstärkte Aktivitäten der Zentralbank. Auffallend sind Beobachtern zufolge die Job-Ausschreibungen der Bank im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Ethereum und umso mehr der Blockchain Technologie.

Zentralbank baut Expertenteam für Entwicklung auf

Ein Geheimnis macht die Bank of Korea nicht aus ihren Überlegungen. So bestätigt die Bank auf Nachfragen, dass geeignete Bewerber im Auftrag der Bank an einer CBDC, also einer Zentralbank-Digitalwährung, arbeiten sollen. Ein Schwerpunkt soll anfangs die Blockchain-Forschung sein. Auch mit der Schaffung innovativer Portale für Zahlungen mit dem Staats-Coin sollen sich die Krypto-Experten der Zentralbank befassen. Wann und in welcher Form eine staatliche Kryptowährung als sichere Alternative zu Monero, Ripple und dem Bitcoin kommen soll, teilt die Bank wie erwartet nicht mit. Vor allem die Tatsache, dass mit China und Japan andere wichtige Wirtschaftsmächte Asiens eigene Projekte entwickeln, spricht für vergleichbare Pläne bei Südkoreas wichtigster Bank. Laut Lee Joo-Yeol, dem zuständigen südkoreanischen Bankgouverneur, prüften die Verantwortlichen insbesondere die Möglichkeiten, einem Vertrauensverlust vorzubeugen.

Bank will Risiken und Probleme bei Planung nicht ausklammern

Die Bürgerinnen und Bürger des Landes verlören eben dieses Vertrauen sukzessive aufgrund der neuen Währungssysteme. Wichtig sei, dass Asien seine weltweite Führungsrolle „im digitalen Zahlungsverkehr“ behält, dabei aber Verbraucher, deren Sorgen und Interessen nicht aus dem Blick zu verlieren. Schon Anfang 2019 publizierte die Bank of Korea ein Schriftstück, das sich mit den Konsequenzen und Chancen eines digitalen Finanzsystems und eines Zentralbank-Token befasste. Ein Kernaspekt waren dabei mögliche Risiken für das traditionelle Finanz- und Bankensystem, das von digitalen Währungen ausgeht. Negative Folgen könnte die Einführung angeblich am ehesten für Geschäftsbanken haben, die auf Einlagenrückgänge vorbereitet sein müssten. Die Lösung könnte die Verwendung der Währung durch eben diese Banken sein. Interessant: Umfragen zeigen aktuell, dass Bürger Projekten wie dem Libra weniger trauen als Banken.

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